Coinbase erweitert Onchain-Kredite: XRP, Dogecoin, Cardano und Litecoin jetzt als Sicherheiten nutzbar
Der Kryptomarkt entwickelt sich weiter – nicht nur technologisch, sondern auch strukturell. Immer mehr Plattformen bauen Finanzprodukte rund um bestehende Krypto-Bestände auf. Ein aktuelles Beispiel ist Coinbase: Das Unternehmen hat sein Angebot an Onchain-Krediten ausgeweitet und ermöglicht US-Kunden nun, zusätzliche Kryptowährungen als Sicherheiten zu hinterlegen.
Neben Bitcoin und Ethereum können jetzt auch XRP, Dogecoin, Cardano und Litecoin als Collateral genutzt werden. Ziel ist es, Liquidität bereitzustellen, ohne dass Investoren ihre Coins verkaufen müssen.
Doch was bedeutet das konkret? Und welche Chancen – aber auch Risiken – entstehen dadurch?
Wer verstehen will, wohin sich Krypto entwickelt, muss nicht auf einzelne Kurse schauen, sondern auf strukturelle Trends. Genau diese Trends entscheiden darüber, welche Projekte überleben – und welche verschwinden.
Was sind Onchain-Kredite?
Onchain-Kredite sind besicherte Darlehen, bei denen Kryptowährungen als Sicherheit hinterlegt werden. Die Kreditvergabe erfolgt blockchainbasiert, während Rückzahlung und Sicherheitenverwaltung automatisiert überwacht werden.
Das Grundprinzip ist einfach:
Du hinterlegst Krypto-Assets als Sicherheit.
Du erhältst einen Kredit in Stablecoins – hier bis zu 100.000 USDC.
Deine Coins bleiben grundsätzlich in deinem Besitz, können aber liquidiert werden, wenn bestimmte Schwellenwerte unterschritten werden.
Der entscheidende Vorteil: Du musst deine Bestände nicht verkaufen, um Liquidität zu erhalten. Neben Bitcoin und Ethereum können jetzt auch XRP, Dogecoin, Cardano und Litecoin als Collateral genutzt werden. Ziel ist es, Liquidität bereitzustellen, ohne dass Investoren ihre Coins verkaufen müssen.
Warum ist die Erweiterung relevant?
Bislang konzentrierten sich viele Kreditangebote auf Bitcoin oder Ethereum. Mit der Öffnung für XRP, Dogecoin, Cardano und Litecoin erweitert Coinbase den Kreis potenzieller Nutzer erheblich.
Das ist aus mehreren Gründen bedeutsam:
- Viele Investoren halten größere Bestände in Altcoins.
- Nicht jeder möchte in volatilen Marktphasen verkaufen.
- Kapital kann freigesetzt werden, ohne eine steuerliche Veräußerung auszulösen (abhängig von nationaler Gesetzgebung).
Gerade für Nutzer mit stark gestiegenen Positionen entsteht dadurch eine neue strategische Option.
Warum ist die Erweiterung relevant?
1. Hinterlegung von Sicherheiten
Du hinterlegst eines der unterstützten Assets als Collateral. Der Beleihungswert (Loan-to-Value, LTV) bestimmt, wie viel USDC du leihen kannst.
Je volatiler das Asset, desto konservativer fällt in der Regel der Beleihungssatz aus.
2. Auszahlung in USDC
Der Kredit wird in USDC ausgezahlt – einem Stablecoin, der an den US-Dollar gekoppelt ist. Dadurch wird das Währungsrisiko minimiert.
3. Überwachung des Sicherheitenwerts
Sinkt der Marktwert deiner hinterlegten Kryptowährungen zu stark, kann es zu Nachschussanforderungen oder Liquidationen kommen.
Hier liegt das zentrale Risiko.
Welche Rolle spielen die einzelnen Coins?
XRP
XRP wird häufig im Zahlungsverkehrskontext diskutiert. Die Integration als Sicherheiten-Asset signalisiert, dass Coinbase dem Asset strukturelle Relevanz beimisst.
Dogecoin
Dogecoin galt lange als Meme-Coin. Seine Integration als Collateral zeigt jedoch, dass auch Community-getriebene Assets institutionell nutzbar werden.
Cardano
Cardano ist ein Proof-of-Stake-Netzwerk mit Fokus auf akademisch geprüfte Entwicklung. Für langfristige Halter könnte eine Beleihung interessant sein.
Litecoin
Litecoin wird oft als „Silber zu Bitcoin“ bezeichnet. Seine lange Marktpräsenz macht es für Kreditmodelle kalkulierbarer als jüngere Projekte.
Strategische Vorteile für Investoren
1. Liquidität ohne Verkauf
Du kannst Kapital freisetzen, ohne deine langfristige Position aufzugeben.
2. Steuerliche Strukturierung
In vielen Jurisdiktionen gilt ein Kredit nicht als steuerpflichtige Veräußerung. Das kann strategisch relevant sein – abhängig vom Wohnsitzland.
3. Flexibilität
Die geliehenen USDC können für:
- Reinvestitionen
- Alltagsausgaben
- Stablecoin-Yield-Strategien
- oder als Absicherung
genutzt werden.
Risiken, die du verstehen musst
1. Liquidationsrisiko
Fällt der Kurs deiner Sicherheiten stark, kann Coinbase die Position automatisch liquidieren.
Gerade bei volatilen Assets wie Dogecoin ist das Risiko höher.
2. Zinskosten
Ein Kredit ist kein kostenloses Instrument. Zinssätze beeinflussen die Gesamtrentabilität deiner Strategie.
3. Marktstress
In extremen Marktphasen können schnelle Kursbewegungen zu erzwungenen Verkäufen führen – oft zu ungünstigen Preisen.
Was bedeutet das für den Kryptomarkt?
- Die Erweiterung zeigt eine klare Entwicklung: Krypto wird zunehmend als finanzielle Infrastruktur genutzt – nicht nur als spekulatives Asset.
- Statt „Buy & Hold oder Verkauf“ entsteht eine dritte Option: Nutzung als produktives Kapital.
- Das verschiebt die Wahrnehmung von Coins: Von reinem Wertobjekt hin zu einem collateralisierten Finanzinstrument.
Verbindung zu Kryptokreditkarten
Interessant wird das Modell auch im Kontext von Kryptokreditkarten. Stell dir folgendes Szenario vor:
- Du hinterlegst XRP als Sicherheit.
- Du erhältst USDC.
- Du nutzt USDC über eine Kryptokarte für alltägliche Zahlungen.
So entsteht eine Liquiditätskette, ohne deine ursprünglichen Coins zu verkaufen.
Das ist strukturell vergleichbar mit einem Lombardkredit im klassischen Finanzsystem – nur auf Blockchain-Basis.
Fazit: Evolution statt Revolution
Coinbase erweitert nicht nur sein Angebot – es normalisiert eine neue Form der Kapitalnutzung im Kryptobereich.
Die Möglichkeit, XRP, Dogecoin, Cardano und Litecoin als Sicherheiten zu verwenden, schafft neue strategische Optionen für US-Kunden. Gleichzeitig erhöht sich die Komplexität.
Wer Onchain-Kredite nutzt, sollte:
- Beleihungswerte verstehen
- Liquidationsmechanismen kennen
- Volatilität einkalkulieren
- Zinskosten berücksichtigen
Onchain-Kredite sind kein Ersatz für solides Risikomanagement – aber sie sind ein weiteres Werkzeug im wachsenden Krypto-Finanzökosystem



