Gemini schließt Konten in Großbritannien, der EU und Australien: Was Nutzer jetzt wissen müssen
Die Krypto-Börse Gemini hat ihre Dienste in mehreren wichtigen Regionen eingestellt. Betroffen sind Kunden im Vereinigten Königreich, im Europäischen Wirtschaftsraum, also auch in der EU, sowie in Australien. Seit dem 6. April 2026 betreibt Gemini seine Dienste in diesen Regionen nicht mehr wie zuvor. Bestehende Kunden müssen sich daher um ihre verbleibenden Guthaben, offenen Positionen und Kontodaten kümmern.
Für viele Nutzer stellt sich nun die Frage: Was passiert mit meinem Geld, meinen Kryptowährungen und meinem Gemini-Konto? In diesem Artikel findest du die wichtigsten Informationen, Fristen und Handlungsschritte im Überblick.
Was ist passiert?
Gemini hat angekündigt, Kundenkonten in Großbritannien, dem Europäischen Wirtschaftsraum und Australien schrittweise zu schließen. Bereits während der ersten Phase konnten keine neuen Konten mehr in den betroffenen Regionen erstellt werden. Auch Bonus-, Empfehlungs- und Werbeprogramme wurden dort deaktiviert.
Seit dem 5. März 2026 befinden sich Kundenkonten in den betroffenen Regionen im sogenannten Auszahlungsmodus. Das bedeutet: Nutzer können ihre verbleibenden Vermögenswerte grundsätzlich noch abheben, aber keine normalen Handelsfunktionen mehr nutzen. Für australische Kunden galten bei Fiat-Auszahlungen zusätzliche frühere Fristen, insbesondere für AUD-Abhebungen auf Bankkonten.
Die wichtigsten Fristen im Überblick
Die entscheidenden Daten waren:
28. Februar 2026: Letzter regulärer Termin für bestimmte australische Fiat-Transaktionen und AUD-Abhebungen.
1. März 2026: Australische Konten wurden auf Krypto-Auszahlungsmodus umgestellt.
5. März 2026: Konten in Großbritannien, der EU beziehungsweise dem EWR und Australien wurden in den Auszahlungsmodus versetzt.
6. April 2026: Gemini stellte den Betrieb in den betroffenen Regionen offiziell ein. Konten mit einem Guthaben von null können geschlossen werden; verbleibende Vermögenswerte sollen laut Gemini weiterhin verwahrt beziehungsweise abgesichert werden, solange sie sich noch auf der Plattform befinden.
Was sollten betroffene Gemini-Kunden jetzt tun?
Wer noch Guthaben auf Gemini hat, sollte sein Konto sorgfältig prüfen und die nächsten Schritte nicht unnötig aufschieben. Besonders wichtig ist, alle verbleibenden Krypto- und Fiat-Guthaben abzuheben oder auf eine andere Plattform zu übertragen.
Nutzer sollten außerdem prüfen, ob ihr Konto vollständig verifiziert ist. Ohne abgeschlossene Verifizierung können Auszahlungen unter Umständen verzögert oder blockiert werden. Auch hinterlegte Bankkonten sollten verifiziert sein, falls noch Fiatgeld ausgezahlt werden soll.
Wer gestakte Kryptowährungen auf Gemini hält, sollte den Unstaking-Prozess so früh wie möglich starten. Je nach Kryptowährung kann die Entsperrung gestakter Assets längere Zeit dauern. Gemini weist darauf hin, dass Kunden mit Entsperrungsfristen über den 6. April 2026 hinaus zusätzliche Informationen erhalten sollen.
Offene Positionen und Perpetuals: Nicht ignorieren
Besonders wichtig ist die Situation für Nutzer mit offenen Perpetual-Positionen, also sogenannten Perps. Diese mussten vor dem Wechsel in den Auszahlungsmodus geschlossen werden. Seit dem Auszahlungsmodus ist regulärer Handel nicht mehr möglich. Offene Positionen können laut Gemini zum jeweils gültigen Marktpreis zwangsweise geschlossen werden.
Das kann für betroffene Nutzer finanzielle Folgen haben, etwa durch unerwartete Verluste, Gebühren oder ungünstige Marktpreise. Wer noch offene oder ungeklärte Positionen im Konto sieht, sollte sich deshalb direkt an den Gemini-Support wenden.
Übertragung zu eToro oder zu einer anderen Plattform
Gemini verweist auf eine Partnerschaft mit eToro, um betroffenen Kunden den Wechsel zu einer anderen Börse zu erleichtern. Für bestimmte berechtigte Kunden können dabei Anmeldeboni verfügbar sein. Gleichzeitig betont Gemini, dass Kunden ihre Vermögenswerte auch auf eine beliebige andere Plattform oder eine eigene Wallet übertragen können.
Wichtig ist: Die Wahl einer neuen Krypto-Plattform sollte gut überlegt sein. Gebühren, unterstützte Coins, Regulierung, Sicherheit, Auszahlungsoptionen und Benutzerfreundlichkeit können sich je nach Anbieter deutlich unterscheiden.
Selbstverwaltete Wallets in der EU: Zusätzliche Prüfung möglich
Für Kunden aus der EU beziehungsweise dem EWR können bei Auszahlungen auf selbstgehostete Wallets zusätzliche Nachweise erforderlich sein. Grund dafür sind regulatorische Vorgaben rund um die sogenannte Travel Rule. Nutzer müssen dabei unter Umständen bestätigen, dass sie die Kontrolle über die jeweilige Wallet-Adresse haben.
Wer seine Kryptowährungen auf eine eigene Wallet übertragen möchte, sollte deshalb besonders sorgfältig prüfen, ob alle Adressen korrekt hinterlegt und bestätigt sind. Bei aktivierten Sicherheitsfunktionen wie Auszahlungsschutz oder genehmigten Adressen kann die Freigabe neuer Adressen mehrere Tage dauern.
Transaktionshistorie und Steuerunterlagen sichern
Ein Punkt, der leicht vergessen wird: Nach der endgültigen Kontoschließung kann es schwierig oder unmöglich sein, die eigene Transaktionshistorie direkt über Gemini herunterzuladen. Deshalb sollten Nutzer ihre Kontoauszüge, Handelsverläufe, Einzahlungen, Auszahlungen und sonstigen Transaktionsdaten sichern.
Diese Unterlagen können für Steuererklärungen, Buchhaltung oder persönliche Nachweise wichtig sein. Gerade bei Krypto-Transaktionen ist eine vollständige Dokumentation oft entscheidend.
Was passiert mit persönlichen Daten?
Auch nach der Kontoschließung kann Gemini bestimmte personenbezogene Daten weiterhin speichern und verarbeiten, soweit dies gesetzlich, regulatorisch, steuerlich oder aus Compliance-Gründen erforderlich ist. Daten, die nicht mehr benötigt werden, sollen laut Gemini gelöscht oder anonymisiert werden, sofern dies zulässig ist.
Warum zieht sich Gemini aus diesen Märkten zurück?
Neben den offiziellen Kundeninformationen wurde auch berichtet, dass Gemini im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung Kosten senkt und sich stärker auf ausgewählte Märkte konzentriert. Reuters berichtete im Februar 2026, dass Gemini bis zu 200 Stellen abbauen und sich aus Europa sowie Australien zurückziehen will.
Für Nutzer ist der Grund jedoch zweitrangig. Entscheidend ist, dass sie rechtzeitig Zugriff auf ihre Vermögenswerte, Unterlagen und Kontoinformationen behalten.
Fazit: Jetzt Konto prüfen und Vermögenswerte sichern
Die Schließung der Gemini-Konten in Großbritannien, der EU beziehungsweise dem EWR und Australien betrifft viele Nutzer direkt. Wer noch Guthaben, gestakte Assets, offene Positionen oder wichtige Transaktionsdaten auf Gemini hat, sollte sein Konto sofort überprüfen.
Die wichtigsten Schritte sind:
Guthaben abheben oder übertragen.
Konto- und Bankverifizierung prüfen.
Gestakte Assets entsperren.
Offene Positionen klären.
Transaktionshistorie herunterladen.
Bei Problemen den Gemini-Support kontaktieren.
Auch wenn Auszahlungen für verbleibende Vermögenswerte laut Gemini weiterhin möglich sein können, sollten Nutzer nicht unnötig lange warten. Je früher alle offenen Punkte geklärt werden, desto geringer ist das Risiko von Verzögerungen, Einschränkungen oder fehlenden Unterlagen.
Hinweis: Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information und stellt keine Finanz-, Steuer- oder Anlageberatung dar.
FAQs
Gemini hat seine Dienste im Europäischen Wirtschaftsraum eingestellt. Dazu gehören auch EU-Länder. Betroffene Kunden sollten ihre Vermögenswerte abheben oder auf eine andere Plattform übertragen.
Laut Gemini können Kunden mit verbleibenden Vermögenswerten weiterhin Auszahlungen vornehmen, sofern keine Einschränkungen vorliegen. Die normalen Handelsfunktionen sind in den betroffenen Regionen jedoch nicht mehr verfügbar.
Seit dem Wechsel in den Auszahlungsmodus können verbleibende Krypto-Assets nicht mehr wie gewohnt auf Gemini verkauft werden. Nutzer sollten daher prüfen, welche Auszahlungs- oder Supportoptionen für ihr Konto verfügbar sind.
Gemini gibt an, verbleibende Krypto- und Fiat-Vermögenswerte weiterhin gemäß geltenden rechtlichen und regulatorischen Anforderungen zu verwahren beziehungsweise abzusichern, solange sie auf der Plattform bleiben. Trotzdem sollten Nutzer ihre Guthaben möglichst zeitnah abheben.
Gemini nennt eToro als Partner für den Übergang. Nutzer können ihre Vermögenswerte aber auch an andere Börsen oder Wallets übertragen. Vor einem Wechsel sollten Gebühren, verfügbare Kryptowährungen, Regulierung und Sicherheitsfunktionen verglichen werden.